„Gewaltanwendung in Altenburger Kindertageseinrichtung - ein Versagen der Fachaufsicht?“

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Ich möchte an erster Stelle auch Ihnen, Herr Minister, danken, dass Sie zumindest vor der Debatte auch noch einmal klargemacht haben, wie der Verlauf war, wie die Vorgänge an sich behandelt wurden, wie Ihr Haus als Rechtsaufsichtsbehörde dort reagiert hat, weil es macht es, glaube ich, zu diesem schwierigen Thema der Aktuellen Stunde zumindest etwas einfacher, auch zu den tatsächlichen Fakten Stellung zu nehmen. Daher auch von meiner Seite, von unserer Seite den Dank.

Es ist schon vieles gesagt worden und ich glaube auch, dass wir uns an die Fakten halten sollten. Ich weiß nicht, ob uns allen damit geholfen ist, wenn wir politische Grundsatzreden über kindliche Bildung etc. hier halten, denn damit hat ja dieser Vorgang ausdrücklich nichts zu tun. Es ist ein Vorfall, der uns alle tief betroffen gemacht hat. Wir alle wissen nicht, war es ein einmaliger Fall oder steckte da auch schon längere Systematik dahinter. Da wir das nicht wissen, sollten wir uns auch mit Vermutungen schon sehr deutlich zurückhalten. Das will ich auch an der Stelle sagen. Für mich und für uns geht es deshalb in diesem bedauernswerten und inakzeptablen Fall - von dem wir alle hoffen, und das habe ich auch gerade gesagt, dass es sich um einen krassen Einzelfall handelt - erst einmal nicht um pauschale Schuldzuweisungen
- das sage ich auch ganz deutlich -, sondern um Fragen. Zum Beispiel betreffen sie zuerst aus unserer Sicht den Träger. Und Fragen muss man stellen und Fragen müssen dann auch beantwortet werden; hier an dieser Stelle der Träger. Fragen z.B., waren die Beschäftigten möglicherweise überfordert? Eine andere Frage wäre, waren die Arbeitsabläufe in der Kita unzureichend organisiert, so dass ein solches Verhalten wenn nicht begünstigt, dann zumindest möglich gemacht worden ist. Denn jetzt, und das ist auch ganz klar, machen sich natürlich viele Eltern, nicht nur die dort direkt betroffenen, große Sorgen um das Wohlergehen ihrer Kinder in den Einrichtungen. Da, Frau Rothe-Beinlich, spielt die Trägerschaft wahrscheinlich überhaupt keine Rolle. Lassen Sie uns - und da will ich zum Ende kommen - deshalb diese traurigen und wütend machenden Vorgänge zum Anlass nehmen, danach zu schauen, was wir verbessern können, und nicht nur darauf zu schauen, wer hier möglicherweise versagt hat. Ein letzter Satz: Liebe Frau Jung, nehmen Sie es einmal stellvertretend für Ihre Fraktion hin; ich habe wirklich sämtliches Wissen wahrscheinlich in meiner Tasche gelassen, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass in diesem Haus die Fraktion DIE LINKE jemals einen populistischen Antrag gestellt hat und auch niemals eine populistische Aktuelle Stunde hier im Haus eingebracht hat. Vielen Dank.

18.01.2013 1806