Thüringer Landesjugendförderplan 2012 bis 2015 – Ergebnisse der Fortschreibung

Frau Präsidentin, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, Aktuelle Stunde „Landesjugendförderplan 2012 bis 2015“. Jugendhilfeplanung nimmt aus unserer Sicht Lebenslagen von jungen Menschen in den Blick und folgt dem grundlegenden Auftrag der Jugendhilfe, junge Menschen in ihrer individuellen
und sozialen Entwicklung zu fördern. Ziel ist es, junge Menschen in ihrer Sozialisation zu unterstützen, um ihre Selbst- und Sozialkompetenz zu stärken und sie in ihrer Entwicklung zu demokratisch denkenden und handelnden Persönlichkeiten zu unterstützen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, diese Worte sind im heute diskutierten Landesjugendförderplan niedergeschrieben. Gerade der Erziehung zu demokratischen Persönlichkeiten kommt in diesen Tagen - da, glaube ich, spreche ich für uns alle hier in diesem Hohen Haus - besondere Bedeutung zu. Schon der griechische Philosoph Heraklit wusste, dass nichts so beständig ist wie der Wandel. Diesen Herausforderungen muss sich jede Generation aufs Neue stellen. Sie muss diese meistern, um die Welt so zu gestalten, dass ein Leben möglich ist, das individuelles Glück erlaubt. Diese Chance ist heute so groß wie selten zuvor. Gerade meine Generation, die in der DDR aufgewachsen ist, hat die Wende erlebt und die Jahre aktiv mitgestaltet. Ich weiß also, wovon ich spreche. Die Möglichkeit, die die Welt der jungen und jüngsten Generation bietet, will aber auch genutzt werden. Die Fähigkeiten dazu erlernt man gerade in jungen Jahren. Daher gilt mein Dank zuallererst denjenigen Personen und Institutionen, die sich, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, aktiv in die Arbeit der Jugendbildung einbringen. Ich darf auch für meine Fraktion festhalten, wir werden sie bei dieser Arbeit tatkräftig unterstützen. Aber, auch dies will ich hier festhalten, der Hauptanteil der Erziehungsleistung ist und bleibt bei den Eltern. Fehler und Versäumnisse, die dort geschehen, sind nur schwer durch Schule oder Maßnahmen innerhalb des Landesjugendförderplans wieder geradezubiegen. Staatliches Handeln kann deshalb eigentlich nur Hilfe zur Selbsthilfe sein. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte müssen wir abwägen, welche Leistungen wir unterstützen können und, noch viel wichtiger, welche Maßnahmen tatsächlich einen Mehrwert erbringen. Dazu gehört eine fundierte Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der bisherigen Planungsjahre sowie den sich daraus ergebenden Konsequenzen für den hier vorgestellten Landesjugendförderplan. Dies ist wohl in einer Aktuellen Stunde schwierig zu diskutieren. Daher halte ich es für angezeigt, dass wir uns mit diesem Thema, wenn es gewollt ist, auch im zuständigen Ausschuss beschäftigen. Ich, lieber Kollege Metz, lächle jedenfalls nicht über Jugendverbandsarbeit und ich lächle auch nicht über Jugendhilfe, denn ich finde die extrem wichtig. Aber noch mal, wenn man es wirklich ernst meint mit der Thematik „Landesjugendförderplan“, dann muss man sich die Zeit nehmen, über Inhalte auch im Ausschuss zu reden, denn in einer Aktuellen Stunde kann man es freilich ansprechen, aber auszudiskutieren ist es relativ schwierig. Ich jedenfalls freue mich auf die Möglichkeit, vielleicht haben wir die Chance. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

14.06.2012 1769